Reinigungsleistungen ausschreiben: Leistungsverzeichnis und Angebotsvergleich

Drei Angebote liegen auf dem Tisch, die Endsummen liegen 40 Prozent auseinander – und niemand kann sagen, warum. Der Grund ist fast immer derselbe: Es wurde nicht ausgeschrieben, sondern angefragt. Wer Reinigungsleistungen vergleichbar machen will, braucht vorher ein Leistungsverzeichnis. So gehen Sie vor.

Schritt 1: Flächen erfassen

Ohne Zahlen kann niemand kalkulieren. Erfassen Sie je Objekt:

  • Quadratmeter je Bereich: Treppenhaus, Flure, Kellergänge, Waschküche, Aufzugsvorräume
  • Anzahl der Geschosse und Treppenläufe, mit oder ohne Aufzug
  • Bodenbeläge je Bereich – Naturstein, Fliesen, PVC, Beton
  • Glasflächen: Fenster im Treppenhaus, Eingangstüren, Windfang
  • Tiefgarage: Stellplatzzahl, Fahrgassen, Rampe
  • Außenflächen: Wege, Hof, Mülltonnenstandplatz
  • Besonderheiten: Wasseranschluss, Stromanschluss, Zugangsregelung, Schließanlage

Eine grobe Schätzung reicht als Einstieg – für das finale Angebot sollte der Anbieter das Objekt selbst gesehen haben.

Schritt 2: Turnus je Fläche festlegen

Der Turnus ist der größte Preistreiber. Legen Sie ihn vorab fest, sonst kalkuliert jeder Anbieter anders:

  • Treppenhaus und Flure: wöchentlich, 14-tägig oder monatlich
  • Kellergänge und Nebenräume: monatlich oder quartalsweise
  • Fenster und Glasflächen innen: zwei- bis viermal jährlich
  • Tiefgarage: ein- bis zweimal jährlich maschinell
  • Mülltonnenstandplatz: bei jedem Einsatz kehren, Grundreinigung jährlich
  • Grundreinigung der Böden: jährlich oder nach Bedarf

Anhaltspunkte für den passenden Rhythmus finden Sie auf unserer Seite zur Treppenhausreinigung, für Gewerbeobjekte unter Unterhaltsreinigung.

Schritt 3: Das Leistungsverzeichnis aufbauen

Ein brauchbares Leistungsverzeichnis hat je Position vier Angaben: Fläche – Tätigkeit – Turnus – Abrechnungsart. Beispiel:

  • Treppenhaus EG bis 3. OG, ca. 120 m²: Nassreinigung Stufen und Podeste, Handläufe und Lichtschalter abwischen – wöchentlich – Pauschale
  • Kellergang, ca. 80 m²: kehren und nass wischen – monatlich – Pauschale
  • Glasflächen Eingangsbereich, ca. 12 m²: beidseitig reinigen inkl. Rahmen – viermal jährlich – Pauschale
  • Sonderarbeiten nach Beauftragung – nach Aufwand – Stundensatz

Ergänzen Sie außerdem: Wer stellt Verbrauchsmaterial? Wer stellt Wasser und Strom? Wie wird die Schlüsselübergabe geregelt? Gibt es Zeitfenster, in denen nicht gearbeitet werden darf?

Schritt 4: Angebote vergleichbar machen

Bitten Sie alle Anbieter, Ihr Leistungsverzeichnis zu bepreisen – nicht ein eigenes vorzulegen. Dann prüfen Sie:

  • Sind alle Positionen bepreist oder wurden welche stillschweigend gestrichen?
  • Welcher Stundensatz gilt für Zusatzarbeiten, wie werden Anfahrt und Wegezeiten behandelt?
  • Ist die Entsorgung enthalten oder wird sie separat berechnet?
  • Gibt es eine Vertretungsregelung bei Urlaub und Krankheit?
  • Liegt ein Nachweis der Betriebshaftpflicht bei?
  • Wird der Lohnanteil nach § 35a EStG auf der Rechnung ausgewiesen?
  • Welche Kündigungsfrist und Laufzeit sind vorgesehen?

Ein Angebot, das deutlich unter den anderen liegt, ist selten ein Schnäppchen. Rechnen Sie nach: Bei welchem Zeitansatz pro Einsatz kommt der Preis heraus, und ist dieser Zeitansatz realistisch für die Fläche?

Schritt 5: Qualität messbar vereinbaren

Nehmen Sie drei einfache Punkte in den Vertrag auf – sie ersparen später fast jede Diskussion:

  1. Nachweis im Objekt oder digitale Rückmeldung nach jedem Einsatz.
  2. Reaktionszeit bei Mängelmeldung, zum Beispiel Nachbesserung innerhalb von zwei Werktagen.
  3. Feste Ansprechpartner auf beiden Seiten, namentlich benannt.

Häufige Fehler bei der Vergabe

  • Nur nach Preis entscheiden. Der zweite Wechsel in drei Jahren kostet mehr als die Preisdifferenz.
  • Turnus offen lassen. „Nach Bedarf“ ist keine kalkulierbare Angabe.
  • Grundreinigung vergessen. Sie fällt erst nach einem Jahr auf – dann als unerwartete Zusatzrechnung.
  • Winterdienst und Grünpflege separat vergeben. Zwei Dienstleister auf einem Grundstück bedeuten doppelte Koordination und Zuständigkeitslücken.
  • Keine Objektbegehung. Angebote ohne Ortstermin sind Schätzungen, keine Zusagen.

Häufige Fragen zur Ausschreibung von Reinigungsleistungen

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Drei genügen in der Regel. Mehr Angebote erhöhen den Aufwand, ohne den Vergleich besser zu machen – entscheidend ist ein einheitliches Leistungsverzeichnis.

Sollte ich Reinigung und Hausmeisterdienste getrennt vergeben?

Meist nicht. Ein Anbieter für Reinigung, Grünpflege, Tonnendienst und Winterdienst bedeutet einen Ansprechpartner, eine Rechnung und keine Zuständigkeitslücken.

Welche Vertragslaufzeit ist üblich?

Üblich sind ein bis zwei Jahre mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Längere Bindungen sollten mit einer Preisgarantie verbunden sein.

Wie erkenne ich ein unrealistisch kalkuliertes Angebot?

Teilen Sie die Monatspauschale durch einen marktüblichen Stundensatz. Ergibt sich daraus weniger Zeit, als für die Fläche plausibel ist, wird die Leistung nicht erbracht werden können.

Was gehört in jedem Fall in den Vertrag?

Leistungsverzeichnis mit Turnus, Stundensatz für Zusatzarbeiten, Vertretungsregelung, Nachweisform, Reaktionszeit bei Mängeln sowie Laufzeit und Kündigungsfrist.

Passende Leistungen von Hausmeisterservice Cvijetić

Sie möchten Ihr Leistungsverzeichnis bepreisen lassen? Schicken Sie es uns – Sie erhalten ein Angebot, das Position für Position darauf antwortet. Telefon 0172 7061767 (auch über WhatsApp erreichbar), E-Mail info@hausmeister-cvijetic.de oder über unser Kontaktformular.

Weitere Beiträge aus unserem Ratgeber

Ähnliche Beiträge